Jahresarchiv

The Raid 2: Berandal

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Bevor die Besprechung der Blu-Ray von The Raid 2: Berandal startet, möchte ich euch auf Timos Review zum Film an sich aufmerksam machen. Da es keinen Sinn macht die Story und unsere Bewertung zweimal aufzudröseln, könnt ihr unter diesem Link erfahren, wie uns der Film gefallen hat (ich gehe mit Timo d’accord).

Das Review möchte ich im Folgenden in die drei Kategorien Bild, Ton und Extras aufteilen. Zum Schluss gebe ich euch ein Fazit und eine Kaufempfehlung (oder nicht).

Die Kritik bezieht sich dabei auf die Standard-Blu-Ray-Version des Films. Sowohl die Special als auch die Ultimate Edition weisen mehr Zusatzmaterial auf. Aber dazu kommen wir noch.

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Nymphomaniac

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Der Begriff „enfant terrible“ ist zwar sehr abgegriffen und inzwischen kaum mehr verwendbar, in einer Diskussion über Lars von Trier aber nicht zu umgehen. Seit Jahrzehnten produziert der dänische Regisseur hochwertige Filmkost und ist von der internationalen Bühne nicht wegzudenken. Was ihn zwischen anderen Filmemachern herausstellt ist allerdings weder sein Gespür für Bilder und Szenen, noch seine Fähigkeit, ungeahnte Leistungen aus seinen Akteuren zu kitzeln. Lars von Trier ist eine der letzten Figuren der Branche, die mit ihren Filmen nicht nur ein saftiges Honorar sucht, sondern auch die stete Konfrontation mit Publikum, Sittenwächtern und Kollegen. Sein aktuelles Werk „Nymphomaniac“ bildet natürlich keine Ausnahme. In seinem 4-stündigen Opus (im „Director’s Cut“ sogar 5,5 Stunden lang) beleuchtet er das Leben und Leiden der Nymphomanin Joe. Zur Heimkino-Veröffentlichung haben wir den pseudo-schmuddeligen Zweiteiler Revue passieren lassen.

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Interstellar

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In einer provisorischen Station auf einem Planeten am buchstäblichen anderen Ende der Galaxie steht ein Kasten. Im Kasten befindet sich ein Astronaut im Kälteschlaf. Er hält eine stille und einsame Wache, die womöglich niemals ein Ende finden wird. Menschliche Gesichter sind hier, am Ende des Weges, kaum mehr als eine Erinnerung oder ein Traum. Das Schlummern wird von einer Gruppe weiterer Raumfahrer unterbrochen und der Schlafende wird wider Erwarten aufgeweckt. Schockiert, überwältigt und von purer Freude überschüttet fängt er das Weinen an und liegt dem neu angekommenen Kollegen für gute 10 Sekunden in den Armen. Nach einem Charaktermoment wie diesem würde man in einem Film von Christopher Nolan womöglich zuletzt suchen. Doch entgegen der Erwartungen schafft der Brite es hier nicht nur, ein astreines Science-Fiction-Epos auf die Leinwand zu bringen, sondern überrascht sein Publikum mit einem Gespür für Menschlichkeit, das man in seinen bisherigen Filmen vermisst hat.

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Hin und weg

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Gut gelaunt hopst Florian David Fitz die Treppen des ausverkauften Hamburger Kinosaales herunter und beginnt die folgende Fragerunde zu seinem jüngsten Film „Hin und weg“ mit einer lustigen Anekdote. Das Szenario wirkt etwas befremdlich, wenn man in Betracht zieht, dass der Saal zu 95% aus Mädchen besteht, denen noch immer Wasserfälle aus dem Gesicht laufen. Kein Wunder, denn eigentlich ist „Hin und weg“ ein sehr trauriger Film, oder zumindest versucht er, es zu sein. Die nonchalante Art und Weise, mit der Fitz sein pubertierendes Publikum begrüßt, spiegelt kurioserweise die oberflächliche und substanzlose Darstellung einer fatalen Krankheit wieder, die sich in den anderthalb Stunden zuvor auf der Leinwand abgespielt hat.

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The Cut

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Lange heiß ersehnt, aus Cannes zurückgezogen, in Venedig uraufgeführt und von der internationalen Filmkritik mit durchwachsenen Urteilen überschüttet. Die Rede ist von „The Cut“, dem neuen Œuvre des Hamburger Regisseurs Fatih Akin, mit dem er seine „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie komplettiert. Im Vorfeld erhitzte der Film vor allem in Akins türkischer Heimat die Gemüter, denn für sein Historienepos wählte der Filmemacher eines der wohl düstersten Kapitel der Geschichte seiner Landsmänner. Thematisiert wird der Völkermord, den die Türken des Osmanischen Reiches während des Ersten Weltkrieges an den Armeniern verübten. Die zum Teil immer noch fehlende Anerkennung des Verbrechens führte dazu, dass dem Regisseur Morddrohungen ins Haus flatterten.

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Trash

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Für die beiden brasilianischen Straßenkinder Raphael (Rickson Teves) und Gardo (Luis Edoardo) ist der Alltag plötzlich ein ganzes Stück spannender geworden. Bei ihrem täglichen Streifzug durch die gigantische Müllhalde ihres Slums stoßen die Jungs auf eine Brieftasche, die neben Geld kryptische Notizen und rätselhafte Gegenstände enthält. Natürlich ist an der Sache etwas gehörig faul, denn kurz nach der Entdeckung steht Polizist Frederico (Selton Mello) auf der Matte und erkundigt sich nach dem anscheinend heiß begehrten Paket. Zusammen mit ihrem Freund Rato (Gabriel Weinstein) begeben sich Raphael und Gardo auf eine Schnitzeljagd und setzen das Puzzle der Brieftasche Stück für Stück zusammen.

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Ruhet in Frieden (A Walk among the Tombstones)

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Manche Hollywood-Karrieren nehmen kuriose Wendungen. Vor knapp 20 Jahren konnte man den professionellen Iren Liam Neeson in der Titelrolle von Steven Spielbergs monumental-deprimierendem Weltkriegsdrama „Schindlers Liste“ bestaunen. Es folgten bunt gemischte Auftritte zwischen episodischen Liebeskomödien („Tatsächlich Liebe“) und hochkarätigen Comic-Verfilmungen („Batman Begins“). Im stolzen Alter von 58 brach für Neeson mit „96 Hours“ („Taken“) eine neue Ära an. Plötzlich war er ein hoch gehandelter Action-Star und tauchte auf dem Großteil seiner Filmposter mit gezückter Waffe und aufgerissenem Mund auf. Wie es sich für moderne Actionfilme gehört, wurde das dramatische Talent des Schauspielers in diesen Auftritten kaum gefordert. Mit „Ruhet in Frieden“ („A Walk among the Tombstones“) schickt er sich an, die Schauspielerei wieder aufzunehmen.

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„Die 120 Tage von Sodom“ („Salò o le 120 giornate di Sodoma“) oder „Die Dekonstruktion der Menschlichkeit“

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10 Jahre nach einem erfolglosen Versuch, Pier Paolo Pasolinis schmutzigen Exzess komplett zu sichten, holte ich es im Rahmen einer Retrospektive im Berliner Arsenal-Kino endlich nach. Nach der 120 Minuten andauernden filmischen Tortur wird vor allem eines klar. Bei „Salò o le 120 giornate di Sodoma“ handelt es sich vermutlich um den aggressivsten und zornigsten Vernichtungsschlag, den ein respektierter Filmemacher jemals auf Zelluloid gebannt hat. Und dies liegt nicht nur an den expliziten und überaus unangenehmen Bildern und Dialogen. Es gibt wahrscheinlich so viele Wege, diesen Film zu verstehen und zu deuten, wie er Zuschauer hat. In diesem Artikel möchte ich meine Interpretation dieses Meisterwerks aus Exkrement und Perversion anbieten:

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Whiplash

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Das Leben von Andrew Neyman (Miles Teller) macht nach außen hin nicht besonders viel her. Seine Mutter hat ihn im jungen Alter verlassen, seitdem lebt er mit seinem alleinerziehenden Vater. Besonders populär ist er auch nicht, weder in seiner eigenen Familie noch im schulischen Umfeld. Trotzdem hat der 19-jährige eine Ambition, die in jeder Minute seines Lebens in ihm brennt. Er möchte der nächste große Jazz-Drummer werden. Um diesen Traum zu verfolgen verbringt er Tage und Nächte im Proberaum seiner Musikschule. Ein Zwischenziel erreicht er, als der berühmte und berüchtigte Lehrer Terence Fletcher (J.K. Simmons) ihn als Zweitbesetzung an die Kessel seiner Jazzband setzt. Unter der knochenharten und tyrannischen Lehre des disziplinierten Mentors wird Andrew zu neuen Höhen angetrieben und gleichzeitig an die Grenzen von körperlicher und mentaler Gesundheit geführt.

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Mommy

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Ein Marathon, bei dem in acht Tagen 30 bis 40 Filme erlebt werden wollen, ist im besten Fall gut vorbereitet und wird mit ausgeschlafenem und wachem Geist angegangen. Die Realität sieht natürlich eher so aus, dass man sich am Freitagmorgen um kurz nach 10 mit drei Minuten Verspätung in den großen Saal des Hamburger Abaton-Kinos schleicht, hastig in der ersten Reihe Platz nimmt und auf einen möglichst guten Film hofft, der den Tag mit dem nötigen Adrenalinschub anstößt. Wie schon im letzten Jahr hatte ich das Glück (oder Pech?), dass gleich meine erste Vorführung nicht nur die vermutlich beste des Festivals ist, sondern eine der besten des ganzen Jahres.

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