Monatsarchiv

Jamie Marks Is Dead

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Wenn man sich im Rahmen eines Filmfestivals in kurzer Zeit viele Filme zu Gemüte führt, sind in der Regel alle möglichen Entdeckungen und Enttäuschungen dabei. Es gibt Filme, die im Vorfeld gefeiert wurden, nur um letztendlich hinter großen Erwartungen zurückzubleiben. Es gibt schwache, gute und herausragende Filme. Was ein Festival aber besonders macht sind die obskuren Perlen, die niemand wirklich auf dem Zettel hatte. „Jamie Marks Is Dead“ war für mich die erste dieser Entdeckungen auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest. Ohne viel über die Handlung des Films zu wissen hatte ich meine Karte für den Film gekauft, weil die Produktionsfirma Verisimilitude an „I Origins“, einem meiner persönlichen Favoriten des Jahres beteiligt war.

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Blue Ruin

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„Blue Ruin“ verhält sich zunächst überhaupt nicht wie die anderen amerikanischen Reißer der letzten Jahre, die sich mit Rache und Selbstjustiz auseinandersetzen. Wir treffen unseren Protagonisten Dwight (Macon Blair) in einem desolaten Zustand. Seine Haare wachsen unkontrollierbar, seine Klamotten setzen langsam Rost an und das Domizil des Obdachlosen ist sein schrottreifes Auto...

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Coherence

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Vor genau 10 Jahren erschien ein Film, der für mich die Spitze des amerikanischen Indie-Kinos des Milleniums darstellt und außerdem einen festen Platz in meinem persönlichen Olymp der Science-Fiction-Filme besetzt. „Primer“ ist der Inbegriff des unabhängigen Kinos. Mit einer brillanten Idee, einem Budget von happigen 7000$ und beinahe 0 Ressourcen machte sich der Mathematiker Shane Carruth daran, einen monumentalen Zeitreise-Film zu produzieren. Neben einer der Hauptrollen übernahm er in seinem Leidenschaftsprojekt die Regie, das Drehbuch, die Produktion, das Sounddesign, den Schnitt und natürlich auch den Vertrieb. Wer mit dem Film nicht vertraut ist: Es geht um zwei Wissenschaftler, die durch Zufall eine Maschine bauen, mit der sie einige Stunden in der Zeit zurückgehen können. Durch das Interagieren verschiedener Versionen der Wissenschaftler und eine Reihe von Paradoxen entwickelt sich der Film zu einem chaotischen und fast undurchdringlichen Puzzle.

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The Voices

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Als Fan vom verspielten, facettenreichen und unvergleichlichen Stil der iranisch-französischen Regisseurin Marjane Satrapi freue ich mich bereits auf „The Voices“, seit ich die ersten positiven Reaktionen auf die Weltpremiere im vergangenen Januar gelesen habe. In ihrem jüngsten Film, der in den Berliner Babelsberg-Studios gedreht wurde, betritt die Filmemacherin neues Terrain. Erstmals arbeitet sie mit internationalen Stars wie Ryan Reynolds, Anna Kendrick und Jacki Weaver zusammen...

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Honeymoon

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Man könnte meinen, dass man sich im Kinosaal geirrt hat. In den ersten Minuten von „Honeymoon“ wird man von Glückseligkeit geradezu überschwemmt. Die ausladenden Liebesbekundungen und das Geturtel der frisch vermählten Eheleute Bea (Rose Leslie) und Paul (Harry Treadaway) wirken so gar nicht wie der Anfang eines Horrorfilms. Einzig die entsättigten, beinahe krank wirkenden Bilder sind ein Vorbote dafür, dass die Flitterwochen der beiden eine eher unschöne Wendung nehmen werden.

Angekomme...

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The Rover

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Eine überaus lakonische Texteinblendung stimmt uns auf die kommenden 100 Minuten ein. Wir befinden uns in Australien, 10 Jahre nach dem Kollaps. Ursache des besagten Kollaps war höchstwahrscheinlich eine enorme Wirtschaftskrise, aber das Wie und Warum interessiert in „The Rover“ nicht. Das Einzige was zählt ist der Status Quo. Und der wird bereits in den ersten Minuten mehr als deutlich...

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Out of the Dark

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New York, London, Santa Clara (Kolumbien). Dies sind nicht die Niederlassungen eines fragwürdigen Mode-Labels, sondern die Wohnorte der Harriman-Familie. Nachdem Sarah und Paul Harriman (Julia Stiles, Scott Speedman) ihrem Leben in den großen Metropolen der Stadt überdrüssig geworden sind, ziehen sie mit ihrer Tochter Hannah (Pixie Davies) in die kolumbianische Stadt...

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Fantasy Filmfest 2014 – Die 10 Highlights

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In wenigen Tagen ist es soweit, nach den Fantasy Filmfest Nights im vergangenen März stürmt jetzt die ausgewachsene Variante des Festivals die Nation. In diesem Jahr gibt es insgesamt 62 Filme aus den teilweise obskursten Genres zu sehen.

Für die ganz Uneingeweihten, die bei dem Wort „Filmfestival“ an rote Teppiche, High Society, Berlinale und belgisch-südafrikanische Koproduktionen von Dramen über querschnittsgelähmte Welpen denken, möchte ich eine kleine Nachhilfe anbieten.

ff_preview_poster2Was ist da...

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Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück (Hector and the Search for Happiness)

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Auf der Runway des Londoner Flughafens Heathrow steht ein Flugzeug und macht sich für den langen Weg nach China bereit. In der ersten Klasse sitzt ein gediegener und offenbar gut gestellter Bänker, der sich von seinem neuen Sitznachbarn sichtlich irritiert zeigt. Neben ihm nimmt der leicht exzentrische aber bedingungslos sympathische Psychiater Hector Platz, der mit prall gefülltem Rucksack und kleinem Reisetagebuch augenscheinlich für ein großes Abenteuer bereit ist...

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Lucy

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Wenn man sich hauptsächlich im Internet über neue Filme informiert, stößt man nicht selten auf eine beachtliche Menge an Hass und Gemecker. Schließlich sind Missmut und elitäres Gelaber der Hauptexport des weltweiten Informations-Highways. Anlässlich Luc Bessons neuer Eskapade „Lucy“ erreichten die hitzigen Diskussionen bereits im Vorfeld der Veröffentlichung einen Höhepunkt...

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