Monatsarchiv

Whiplash

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Das Leben von Andrew Neyman (Miles Teller) macht nach außen hin nicht besonders viel her. Seine Mutter hat ihn im jungen Alter verlassen, seitdem lebt er mit seinem alleinerziehenden Vater. Besonders populär ist er auch nicht, weder in seiner eigenen Familie noch im schulischen Umfeld. Trotzdem hat der 19-jährige eine Ambition, die in jeder Minute seines Lebens in ihm brennt. Er möchte der nächste große Jazz-Drummer werden. Um diesen Traum zu verfolgen verbringt er Tage und Nächte im Proberaum seiner Musikschule. Ein Zwischenziel erreicht er, als der berühmte und berüchtigte Lehrer Terence Fletcher (J.K. Simmons) ihn als Zweitbesetzung an die Kessel seiner Jazzband setzt. Unter der knochenharten und tyrannischen Lehre des disziplinierten Mentors wird Andrew zu neuen Höhen angetrieben und gleichzeitig an die Grenzen von körperlicher und mentaler Gesundheit geführt.

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Mommy

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Ein Marathon, bei dem in acht Tagen 30 bis 40 Filme erlebt werden wollen, ist im besten Fall gut vorbereitet und wird mit ausgeschlafenem und wachem Geist angegangen. Die Realität sieht natürlich eher so aus, dass man sich am Freitagmorgen um kurz nach 10 mit drei Minuten Verspätung in den großen Saal des Hamburger Abaton-Kinos schleicht, hastig in der ersten Reihe Platz nimmt und auf einen möglichst guten Film hofft, der den Tag mit dem nötigen Adrenalinschub anstößt. Wie schon im letzten Jahr hatte ich das Glück (oder Pech?), dass gleich meine erste Vorführung nicht nur die vermutlich beste des Festivals ist, sondern eine der besten des ganzen Jahres.

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Pride

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Ich bin ja ein entschiedener Gegner des Begriffes „Feel-Good-Movie“. Nicht (nur) weil ich ein unverbesserlicher Zyniker bin, sondern weil der Begriff in meinen Augen für Filme steht, die ihre sentimentalen Geschichten nicht nur oberflächlich verpacken und stark simplifizieren, sondern sie oftmals auch mit scheußlichen Happy Ends versehen. Im Endeffekt ist das klassische Feel-Good-Movie somit nicht viel mehr als ein substanzloser und flacher Versuch, sich möglichst vielen Zuschauern anzubiedern. In nicht wenigen Texten zum britischen Pride wird mit dem Begriff um sich geschlagen. Entsprechend nah liegt die Vermutung, dass es sich beim diesjährigen Eröffnungsfilm des Hamburger Filmfestivals um ein weiteres Werk handelt, dessen einziger Zweck es ist, die emotionalen Knöpfe des Zuschauers zu drücken. Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit.

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Filmfest Hamburg 2014 – Die Highlights

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Zuhause ist es doch immer noch am schönsten. Das liegt nicht nur daran, dass Hamburg vermutlich die großartigste Stadt der Welt ist, sondern auch am jährlichen Filmfestival, das sich in der gemütlichen Nische zwischen Sommer und Herbst platziert hat. Mit 22 Jahren ist die Veranstaltung zwar um Einiges jünger als die großen europäischen Kollegen (Berlin 64 Jahre, Cannes 68 Jahre, Venedig 71 Jahre), doch was dem Filmfest Hamburg an Tradition fehlt, gleicht es in anderen Bereichen mühelos aus. Nicht nur präsentieren die Filmfestspiele der Hansemetropole einige der berühmtesten und begehrtesten Preisträger des vorangehenden Festivaljahres, sie erfüllen auch ihre selbst auferlegte Rolle als Fernrohr für die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Planeten. Wo die Festivals in Berlin oder Cannes von riesigen Filmmärkten und einem Überfluss an Glanz und Glamour bestimmt werden, versteht Hamburg sich als ein wahres Publikumsfestival, das den Film, das Kino und ihre unendlichen Möglichkeiten in den Mittelpunkt stellt.

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Foxcatcher

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Olympia-Gewinner Mark Schultz (Channing Tatum) steht vor einer Halle voller Grundschüler und hält einen Vortrag über den Sport des Ringens, die olympischen Spiele und warum er macht, was er macht. Wortlos hält er den Kindern seine Medaille entgegen. Erzählen muss er nichts, das Edelmetall spricht laut genug. Es steht für weltweiten Ruhm, Anerkennung und den Beweis, dass sein Gewinner zumindest temporär der beste Athlet seiner Klasse war. In diesem Bild spiegelt sich der Kern von „Foxcatcher“ wieder, es ist Synonym für die tragische Geschichte der Jagd nach Anerkennung, egal was sie kosten möge.

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I Origins – Im Auge des Ursprungs

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Vor drei Jahren präsentierte der amerikanische Regisseur Mike Cahill mit seinem Spielfilmdebüt „Another Earth“ einen bemerkenswerten Einstand und einen der interessantesten Filme, die das Science-Fiction-Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Vor der simplen aber eindrucksvollen Kulisse der Entdeckung eines Zwillingsplaneten in unserem Sonnensystem erzählte Cahill mit einem geringen Budget eine komplexe und vielseitige Geschichte über Isolation, Introspektion, Schuld und Sühne.

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Phoenix

© Piffl Medien

Es ist Juni 1945, der zweite Weltkrieg ist vorüber und Deutschland liegt in Schutt und Asche. Nach ihrem Martyrium in Auschwitz kehrt die Jüdin und ehemalige Sängerin Nelly Lenz (Nina Hoss) mit entstelltem Gesicht und gezeichnetem Körper nach Berlin zurück und versucht mit Hilfe ihrer Freundin Lene (Nina Kunzendorf), einen erneuten Einstieg ins Leben zu finden. Während Lene ihre Augen Richtung Palästina richtet und Deutschland so schnell wie möglich den Rücken zuwenden will, sehnt sich die zerstörte Nelly nach dem Leben vor ihrer Gefangenschaft und insbesondere nach Johnny (Ronald Zehrfeld). 

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Fantasy Filmfest 2014 – Festivalbericht

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Seit dem vergangenen Sonntag ist das diesjährige Fantasy Filmfest (zumindest in Berlin) vorbei und die düstere Realität macht sich erneut breit. In diesem Jahr umfasst das Programm 62 Filme, von denen ich mir sage und schreibe 28 zu Gemüte geführt habe. Welche Filme sollte man in dieser Auflage des Festivals auf keinen Fall verpassen? Welche sollte man auf jeden Fall verpassen? Und warum?

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Life After Beth

Life After Beth

Die gravierendste Lektion erteilt „Life After Beth“ direkt zu Beginn. Einsame Spaziergänge in der kalifornischen Wildnis können mit Tod durch Schlangenbiss enden. Dieses ernüchternde Schicksal ereilt Titelcharakter Beth (Aubrey Plaza) am Anfang des Films. Stark mitgenommen von ihrem Tod ist vor allem ihr (Ex?)Freund Zach (Dane DeHaan), dessen Beziehung zu Beth in letzter Zeit stark gelitten hat. Mit einem Universum an ungesagten Dingen im Kopf hinkt er durch sein Leben und beginnt eine freundschaftliche Beziehung zu Beths Eltern (John C. Reilly, Molly Shannon).

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13 Sins

13 Sins

Elliott Brindle (Mark Webber) ist in einer misslichen Lage und Regisseur Daniel Stamm lässt keine Möglichkeit aus, dieses zu verdeutlichen. Bruder und Vater, für deren Pflege er aufkommen muss, eine schwangere Verlobte und eine kostspielige Hochzeit, die vor der Tür steht. Er würde alles tun, um aus seinem Schuldensumpf zu entkommen. Wie praktisch, dass ihn zur Geisterstunde ein Telefonanruf erreicht und ihm die Teilnahme an einem lukrativen Spiel angeboten wird. Eine Reihe von 13 Aufgaben muss er bewältigen, um auf der anderen Seite als reicher Mann herauszukommen. Zunächst ist es das bloße Töten einer Fliege, doch schon bald eskalieren die Aufgaben gewaltig und Elliott muss sich fragen, was ihm sein Reichtum wert ist.

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