Monatsarchiv

White Bird in a Blizzard

White Bird In A Blizzard

Es ist 1988 und der Haussegen bei Familie Connors hängt gehörig schief. Der augenscheinliche Höhepunkt der familiären Probleme ereignet sich direkt zu Beginn des Films, als Mutter und Ehefrau Eve (Eva Green) von heute auf morgen vom Erdboden verschluckt wird. Ihr Mann Brock (Christopher Meloni) ist am Boden zerstört und sucht vergeblich nach Gründen für das plötzliche Verschwinden seiner Gattin. Auch nach einer langwierigen Untersuchung hat die örtliche Polizei keine Ahnung, was passiert sein könnte. Einzig Tochter Kat (Shailene Woodley) scheint von den mysteriösen Ereignissen kaum beeindruckt zu sein. Sie registriert die Abwesenheit ihrer Mutter bestenfalls als leichtes Ärgernis und fährt mit ihrem Leben unbeirrt fort. Über die nächsten drei Jahre macht sich allerdings doch eine allmähliche Neugier breit und Kat versucht, ihrer zerrütteten Familie auf den Grund zu gehen.

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Housebound

Housebound

Schon vor vielen Jahren hat der ehemalige Splatter-König Peter Jackson sein Genre verlassen und inszeniert stattdessen haarige, unentwegt hungrige kleine Männer. Doch etwas Horror-Talent ist in Neuseeland noch übrig geblieben, wie „Housebound“ eindrucksvoll beweist. Kylie (Morgana O’Reilly) ist ein reichlich verzogenes Gör und nebenbei auch eine Kriminelle. Nach ihrem letzten Übergriff ist das Maß der Behörden voll und sie wird zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Zu allem Überfluss muss sie in das Haus ihrer Kindheit zurück, das von ihrer Mutter Miriam (Rima Te Wiata) und deren Lebensgefährten Graeme (Ross Harper) bewohnt wird. Als ob die angespannte Beziehung zwischen Mutter und Tochter nicht schon genug wäre, ist Miriam davon überzeugt, dass es in dem alten Haus spukt. Wie alles andere hält Kylie das natürlich auch für ausgemachten Blödsinn. Jedenfalls bis sie selber einige unheimliche Begegnungen erlebt.

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Under the Skin

Under The Skin

Traditionell ist der Zweck von Science-Fiction ist, einen philosophischen Denkprozeß im Kopf seiner Zuschauer/Leser anzuregen. Diese Aussage lässt sich anhand einer der berühmtesten und allgemein als perfekt angesehenen Sci-Fi-Geschichten aller Zeiten zementieren, die außerdem mein absoluter Favorit des Genres ist. Die Rede ist natürlich von Arthur C. Clarkes „2001: A Space Odyssey“ und der dazugehörigen Verfilmung von Stanley Kubrick.

Mit einer monumentalen Perspektive, die seitdem nicht mehr erreicht wurde, schafft Kubrick bereits im Jahr 1968 einen Film, der das Genre bis heute definiert, zumindest im filmischen Bereich. Er begleitet die Menschen vom Anfang ihrer Zivilisation bis zur bis dato (und heute immer noch) unübertroffenen Errungenschaft. Der Reise ins Weltall. Der Philosoph Alan Watts brachte es mit seiner Phrase „You are the universe experiencing itself.“ wohl am besten auf den Punkt. Der Mensch und das menschliche Bewusstsein, das auf dem Planeten einzigartig ist, ist ein Weg des Universums, sich selber zu untersuchen und zu verstehen.

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Killers

Killers

In Zeiten des unsäglichen Torture-Porn-Genres, das die Darstellung von grotesker Gewalt allmählich ins Lächerliche gezogen hat, kommt es nicht mehr besonders oft vor, dass man sich in einem Kinosessel tatsächlich mit verzogener Miene vom Gesehenen abwendet. Das letzte Mal, dass mir etwas Derartiges passiert ist, war beim Screening von „The ABCs of Death“ im vergangenen Jahr. Die Sammlung aus 26 Kurzfilmen ist eine bunt gemischte Tüte aus dem unnützesten Müll und den kreativsten Ideen, aber eine kleine Handvoll Kurzfilme sticht dabei heraus. Dazu gehört vor allem das Segment mit dem Titel „Libido“, vom indonesischen Regisseur Timo Tjahjanto. Selten habe ich eine so zornige, rücksichtslose und ultimativ gewagte Darstellung von Perversion gesehen.

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Oculus

Oculus

Tim Russell (Brenton Thwaites) hat kein besonders schönes Leben gehabt. Nachdem er als Kind zu einer drastischen Aktion gezwungen wurde, verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens hinter Gittern. Nachdem er seinen ersten Schritt als freier Mann getan hat, lauert ihm seine Schwester Kaylie Russell (Karen Gillan) auf und überredet ihn, an einem heiklen Experiment teilzunehmen. Im Zentrum des Vorhabens steht ein antiker Spiegel, der bereits seit Jahren in Familienbesitz ist und auch in den verhängnisvollen Ereignissen, die Tim seinerzeit ins Gefängnis schickten, angeblich nicht ganz unbeteiligt war.

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Redirected

Redirected

Eines verhängnisvollen Nachts trafen sich die Publikumslieblinge „Snatch“, „Hangover“ und „EuroTrip“ zu einer richtig versauten Orgie. Das Ergebnis vom Austausch der cineastischen Körpersäfte ist „Redirected“, ein britisch-litauischer Action-Krimi-Komödien-Hybrid, der seinen Vorbildern bei jeder Gelegenheit fleißig nacheifert.

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Suburban Gothic

Suburban Gothic

Raymond (Matthew Gray Gubler) baut seine Zelte in der großen Stadt frustriert ab und zieht wenig begeistert in seine Heimatstadt und zu seinen Eltern (Ray Wise, Barbara Niven) zurück. Dort angekommen wird der ehemals stark übergewichtige und depressive Junge mit zahlreichen Altlasten konfrontiert. Eine Clique aus ehemaligen Mitschülern will ihm die längst überfällige Tracht Prügel erteilen und die paranormalen Visionen, die ihn als Kind gequält und seither Ruhe gegeben haben, sind wieder allgegenwärtig.

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Time Lapse

Time Lapse

Das junge Paar Callie und Finn (Danielle Panabaker, Matt O’Leary) lebt mit Jasper (George Finn) in einer 3er-WG und ist außerdem für die Hausverwaltung des Gebäudekomplexes zuständig. Als ihr Nachbar, der Wissenschaftler Mr. Bezzeredes plötzlich vom Erdboden verschluckt wird, forscht das Trio in seiner Wohnung. Was sie statt ihrem Nachbarn finden bringt ihre Köpfe zum Dampfen. Eine überdimensionierte Kamera, die auf ihr eigenes Wohnzimmerfenster gerichtet ist und jeden Tag um 8 Uhr ein Foto macht. Weil das nicht schon bedenklich genug ist, macht der Apparat kein reguläres Foto, sondern ein Foto aus der Zukunft. Genauer gesagt, 24 Stunden in der Zukunft.

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Faults

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In einer längst vergangenen Epoche war Ansel Roth (Leland Orser) die amerikanische Autorität im Bereich der Sekten-Psychologie, mit erfolgreichem Buch und eigener Fernseh-Show. Doch diese Zeit ist vorüber, heute hält er sich mit karg besuchten Präsentation und schleppenden Buchverkäufen über Wasser und schläft in seinem Auto.

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5 Zimmer Küche Sarg (What We Do in the Shadows)

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Kaum eines der klassischen Filmmonster hat in der modernen Popkultur derartig viele Höhen und Tiefen erlebt wie der Vampir. Durch unzählige Genres wurde er mit variiender Qualität gezogen, darunter kultige 80er-Horrorkomödie („The Lost Boys“), epische Romanze („Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles“) und actionreiche Comic-Verfilmung, aus einer Zeit, aus der Comic-Verfilmungen noch für Erwachsene gemacht wurden („Blade“). Spätestens als vor einigen Jahren die narrativen Fehlgeburten der „Twilight“-Reihe Bücherregale und Kinosäle mit einem unverschämten und tragischen Erfolg besetzten, wurde sich der gemeine Zuschauer über 14 Jahren zweierlei Dingen bewusst: Dass wir von Vampiren endgültig die Schnauze voll haben und dass „Twilight“ eigenhändig eines der essentiellsten Monster der Popkultur unwiederbringlich getötet hat.

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