Slow West

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Zwischen Mutanten, britischen Indie-Verfilmungen und Neuauflagen von Shakespeare hat Michael Fassbender irgendwie Zeit gefunden, diesen kleinen Western in seinem Kalender unterzubringen. Als Raubein des späten 19. Jahrhunderts macht der Deutsche/Ire in „Slow West“ eine erwartungsgemäß gute Figur, was man von John Macleans Film als Ganzem leider nicht behaupten kann.

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Die fetten Jahre der Kopfgeldjäger

Eine ungewöhnliche Figur bahnt sich ihren Weg durch die ungestümen Wälder Nordamerikas. Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee), der Sohn eines schottischen Lords hat die Reise gen Westen auf sich genommen, um seine geliebte Rose (Caren Pistorius) zu suchen, die sich zusammen mit ihrem Vater auf der Flucht befindet. Auf seinem steinigen Weg stößt Jay auf einen mysteriösen Reisenden (Michael Fassbender), der zwar Silas heißt, aber genauso gut der Mann ohne Namen sein könnte. Der harmlose Jungling und der abgehärtete Bandit gehen einen Deal ein, um Jay sicher an sein Ziel zu bringen. Die Chancen eben dieser sicheren Ankunft verringern sich, als Silas das Geheimnis der jungen Geliebten seines Wegbegleiters aufdeckt.

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Das ungleiche Paar

Mit dem unbescholtenen europäischen Jungen auf der Suche nach seinem Glück im Westen und den Ansässigen, die ihn dabei unterstützen und hindern wollen, birgt „Slow West“ großes Potential für eine intelligente Odyssee in die neue Welt. Leider verschenkt John Maclean viel von diesem Potential, indem er seinen Western mit rätselhaften Subplots, scheinbaren Traumszenen und einer undeutlichen Erzähllogik spickt. Hinzu kommen tonale Aussetzer, die die Ernsthaftigkeit des staubigen Western untergraben. Komödiantische Einlagen, die an Slapstick grenzen, rauben dem Film seine emotionale Schlagkraft. Selbst die Genre-Maske, die aus blutigen Shootouts, Betrug und sonstiger Niedertracht besteht, vermag die Authentizität des Films nicht zu retten.

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Eigentlich lohnt sich eine Rasur erst ab drei Barthaaren

Die Regie des Debütanten John Maclean scheint zeitweise unfokussiert und macht aus „Slow West“ einen schwachbrüstigen Western, der seine kurze Laufzeit zwar unterhaltsam füllt, aber das Potential seiner Story und seiner guten Schauspieler nicht auszunutzen weiß.

5/10


Slow West (2015)

Western(?)

Regie: John Maclean

Buch: John Maclean

Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Ben Mendelsohn, Caren Pistorius

Kinostart DE: 30.07.2015

Kinostart US: 15.05.2015

Heimkinostart DE: –

Die Rechte an allen verwendeten Grafiken in diesem Artikel liegen bei Prokino

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Timo Löhndorf