Demonic

Demonic_Cover

Gerade wenn man denkt, dass es um das Horrorgenre des 21. Jahrhunderts schon schlimm genug bestellt ist, kommt „Demonic“ daher und straft den enttäuschten Freund der Gruselkost Lügen. Als wirre Mischung zwischen Found-Footage und paranormalem Unsinn präsentiert sich der amerikanische Horrorfilm, dessen lahme, allgegenwärtige Jumpscares noch das kleinste seiner Probleme sind.

Oh lieber Gott, nicht schon wieder..

„Demonic“ lässt sich kaum Zeit, ehe er sich als komplette Gurke offenbart. Schon in den ersten Minuten zeigt Will Canons „Horror““Thriller“ seine Karten und ermüdet sein Publikum mit einem der ach so beliebten und trotzdem ineffektiven Jumpscares, die ihr Publikum höchstens erschrecken können, wenn das 13. Lebensjahr noch unvollendet ist oder man sich zum ersten Mal im Leben einen (modernen) Horrorfilm ansieht.

Huuurrrr?

In einem cleveren(?) Twist warten die Drehbuchautoren von „Demonic“ nicht darauf, das vollkommen vorhersehbare Ende des Films erst am tatsächlichen Ende des Films zu zeigen. Stattdessen schieben sie es dem nichtsahnenden Zuschauer bereits zu Beginn ins Gesicht. Wir haben ein verspuktes Haus, in dem vor einigen Jahren ein fünffacher Mord (inklusive Selbstmord) stattgefunden hat. Wie kam es dazu? Wie sonst, eine Gruppe von überaus dummen Teenagern hat sich getroffen, um einen Dämon zu beschwören. Von dieser coolen Geschichte gelockt trifft sich eine neue, noch dümmere Gruppe von Teenagern, um – richtig – genau das selbe zu tun. Als einziger Überlebender bleibt der schwer traumatisierte John (Dustin Milligan) zurück, der von Polizist Mark (Frank Grillo) verhört wird. Dass die Figuren des Films nicht die dümmsten Beteiligten sind, wird alsbald klar. Die Polizei-Psychologin Elizabeth (Maria Bello) wird dazugerufen, um den aufgebrachten John zu beruhigen. Dies tut sie sogleich, indem sie dem offenbar schockierten John jahrelangen Knastaufenthalt androht. (Kein Scherz)

Durrr.

BUH!!

Falls man es nach dieser Interaktion verpasst hat, stellt der Film in seiner zweiten Zeitachse klar, wie debil er wirklich ist. Wenn in einem Film über dämonische Besessenheit ein Satz wie „Okay dudes, this is the perfect room for the evocation. It has, like, the highest reading.“ ertönt, weiß man, dass man es mit schweren Kalibern zu tun hat. Die Krönung folgt schlussendlich mit einer Auflösung, die sich mit uninspirierter Faulheit nicht abgibt. Fünf Minuten vor Schluss wartet ein Twist (jeder gute Horrorfilm muss schließlich einen Twist haben), der die papierdünne und kaum vorhandene Logik des Films nicht nur außer Acht lässt, sondern bei mir ein derartiges Kopfschütteln verursacht hat, dass ich diese Kritik mit Halskrause schreiben muss.

Huch?

Was gibt es zu „Demonic“ noch zu sagen? Es ist mit großem Abstand nicht nur der schlechteste „Schocker“, der seit langer Zeit auf die Menschheit losgelassen wurde, es ist auch ein monumental schlechter Film, der zu keiner Sekunde funktioniert, überzeugt oder Sinn macht.

1/10


Demonic (2015)

Horror Nein

Regie: Nein (Will Canon)

Buch: Nein (das kreative Bermudadreieck Will Canon, Doug Simon, Max La Bella)

Darsteller: Maria Bello, Frank Grillo, Cody Horn, Dustin Milligan, Megan Park, Scott Mechlowitz

Kinostart DE:

Kinostart US:

Heimkinostart DE:

Die Rechte an allen verwendeten Grafiken in diesem Artikel liegen bei Tiberius Film

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Timo Löhndorf