Kategorie Fantasy Filmfest 2014

It Follows

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Als Liebhaber von Horrorfilmen ist es schwer, wirklich frische und originelle Ideen zu finden. In dem Genre, das so weit vom Geschmack des breiten Publikums entfernt ist, arbeiten zumindest momentan deutlich zu wenig innovative Filmemacher. Dieser Tage scheint Horror sich ausschließlich in zwei Extreme zu orientieren. Auf der einen Seite die Filme, die den Weg der möglichst krassen und grausamen Gewaltszenen gehen. Das andere Ende des Spektrums bevölkern weichgespülte Möchtegern-Schocker, deren Idee von Horror nicht über eine Reihe an lahmen Jumpscares hinaus geht. Dazwischen sind die Meta-Bomben wie „Cabin in the Woods“ oder „Tucker and Dale vs. Evil“, die sich zwar einen Spaß aus den traditionellen Klischees machen, aber kaum als aufrichtige Horrorfilme zählen können.

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These Final Hours

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In Amerika ist ein riesiger Meteorit eingeschlagen und rund um den Globus gehen nach und nach die Lichter aus. Während sich eine Welle aus Feuer und Zerstörung um alles wickelt, was je existiert hat, verbringen wir die letzten Stunden in Australien, genauer gesagt mit James (Nathan Phillips). Dieser steht kurz vor Ablauf der letzten Frist vor einer Wahl. Auf einer Seite erwartet ihn die ultimative Abrissparty bei einem Freund, auf der anderen Seite fordert seine Freundin Zoe (Jessica De Gouw) ihn auf, die letzten Momente in trauter Zweisamkeit zu verbringen. Mit beiden Augen in Richtung Delirium entscheidet James sich für Ersteres und macht sich auf den Weg zum apokalyptischen Gelage. Durch Zufall begegnet er der jungen Rose (Angourie Rice), die ihrerseits auf der Suche nach Angehörigen ist. Um Rose bei ihrer Bemühung zu helfen, entschließt James sich schließlich zu einem Umweg auf seiner letzten Reise.

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Fantasy Filmfest 2014 – Festivalbericht

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Seit dem vergangenen Sonntag ist das diesjährige Fantasy Filmfest (zumindest in Berlin) vorbei und die düstere Realität macht sich erneut breit. In diesem Jahr umfasst das Programm 62 Filme, von denen ich mir sage und schreibe 28 zu Gemüte geführt habe. Welche Filme sollte man in dieser Auflage des Festivals auf keinen Fall verpassen? Welche sollte man auf jeden Fall verpassen? Und warum?

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Life After Beth

Life After Beth

Die gravierendste Lektion erteilt „Life After Beth“ direkt zu Beginn. Einsame Spaziergänge in der kalifornischen Wildnis können mit Tod durch Schlangenbiss enden. Dieses ernüchternde Schicksal ereilt Titelcharakter Beth (Aubrey Plaza) am Anfang des Films. Stark mitgenommen von ihrem Tod ist vor allem ihr (Ex?)Freund Zach (Dane DeHaan), dessen Beziehung zu Beth in letzter Zeit stark gelitten hat. Mit einem Universum an ungesagten Dingen im Kopf hinkt er durch sein Leben und beginnt eine freundschaftliche Beziehung zu Beths Eltern (John C. Reilly, Molly Shannon).

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13 Sins

13 Sins

Elliott Brindle (Mark Webber) ist in einer misslichen Lage und Regisseur Daniel Stamm lässt keine Möglichkeit aus, dieses zu verdeutlichen. Bruder und Vater, für deren Pflege er aufkommen muss, eine schwangere Verlobte und eine kostspielige Hochzeit, die vor der Tür steht. Er würde alles tun, um aus seinem Schuldensumpf zu entkommen. Wie praktisch, dass ihn zur Geisterstunde ein Telefonanruf erreicht und ihm die Teilnahme an einem lukrativen Spiel angeboten wird. Eine Reihe von 13 Aufgaben muss er bewältigen, um auf der anderen Seite als reicher Mann herauszukommen. Zunächst ist es das bloße Töten einer Fliege, doch schon bald eskalieren die Aufgaben gewaltig und Elliott muss sich fragen, was ihm sein Reichtum wert ist.

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White Bird in a Blizzard

White Bird In A Blizzard

Es ist 1988 und der Haussegen bei Familie Connors hängt gehörig schief. Der augenscheinliche Höhepunkt der familiären Probleme ereignet sich direkt zu Beginn des Films, als Mutter und Ehefrau Eve (Eva Green) von heute auf morgen vom Erdboden verschluckt wird. Ihr Mann Brock (Christopher Meloni) ist am Boden zerstört und sucht vergeblich nach Gründen für das plötzliche Verschwinden seiner Gattin. Auch nach einer langwierigen Untersuchung hat die örtliche Polizei keine Ahnung, was passiert sein könnte. Einzig Tochter Kat (Shailene Woodley) scheint von den mysteriösen Ereignissen kaum beeindruckt zu sein. Sie registriert die Abwesenheit ihrer Mutter bestenfalls als leichtes Ärgernis und fährt mit ihrem Leben unbeirrt fort. Über die nächsten drei Jahre macht sich allerdings doch eine allmähliche Neugier breit und Kat versucht, ihrer zerrütteten Familie auf den Grund zu gehen.

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Housebound

Housebound

Schon vor vielen Jahren hat der ehemalige Splatter-König Peter Jackson sein Genre verlassen und inszeniert stattdessen haarige, unentwegt hungrige kleine Männer. Doch etwas Horror-Talent ist in Neuseeland noch übrig geblieben, wie „Housebound“ eindrucksvoll beweist. Kylie (Morgana O’Reilly) ist ein reichlich verzogenes Gör und nebenbei auch eine Kriminelle. Nach ihrem letzten Übergriff ist das Maß der Behörden voll und sie wird zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Zu allem Überfluss muss sie in das Haus ihrer Kindheit zurück, das von ihrer Mutter Miriam (Rima Te Wiata) und deren Lebensgefährten Graeme (Ross Harper) bewohnt wird. Als ob die angespannte Beziehung zwischen Mutter und Tochter nicht schon genug wäre, ist Miriam davon überzeugt, dass es in dem alten Haus spukt. Wie alles andere hält Kylie das natürlich auch für ausgemachten Blödsinn. Jedenfalls bis sie selber einige unheimliche Begegnungen erlebt.

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Under the Skin

Under The Skin

Traditionell ist der Zweck von Science-Fiction ist, einen philosophischen Denkprozeß im Kopf seiner Zuschauer/Leser anzuregen. Diese Aussage lässt sich anhand einer der berühmtesten und allgemein als perfekt angesehenen Sci-Fi-Geschichten aller Zeiten zementieren, die außerdem mein absoluter Favorit des Genres ist. Die Rede ist natürlich von Arthur C. Clarkes „2001: A Space Odyssey“ und der dazugehörigen Verfilmung von Stanley Kubrick.

Mit einer monumentalen Perspektive, die seitdem nicht mehr erreicht wurde, schafft Kubrick bereits im Jahr 1968 einen Film, der das Genre bis heute definiert, zumindest im filmischen Bereich. Er begleitet die Menschen vom Anfang ihrer Zivilisation bis zur bis dato (und heute immer noch) unübertroffenen Errungenschaft. Der Reise ins Weltall. Der Philosoph Alan Watts brachte es mit seiner Phrase „You are the universe experiencing itself.“ wohl am besten auf den Punkt. Der Mensch und das menschliche Bewusstsein, das auf dem Planeten einzigartig ist, ist ein Weg des Universums, sich selber zu untersuchen und zu verstehen.

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Killers

Killers

In Zeiten des unsäglichen Torture-Porn-Genres, das die Darstellung von grotesker Gewalt allmählich ins Lächerliche gezogen hat, kommt es nicht mehr besonders oft vor, dass man sich in einem Kinosessel tatsächlich mit verzogener Miene vom Gesehenen abwendet. Das letzte Mal, dass mir etwas Derartiges passiert ist, war beim Screening von „The ABCs of Death“ im vergangenen Jahr. Die Sammlung aus 26 Kurzfilmen ist eine bunt gemischte Tüte aus dem unnützesten Müll und den kreativsten Ideen, aber eine kleine Handvoll Kurzfilme sticht dabei heraus. Dazu gehört vor allem das Segment mit dem Titel „Libido“, vom indonesischen Regisseur Timo Tjahjanto. Selten habe ich eine so zornige, rücksichtslose und ultimativ gewagte Darstellung von Perversion gesehen.

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Oculus

Oculus

Tim Russell (Brenton Thwaites) hat kein besonders schönes Leben gehabt. Nachdem er als Kind zu einer drastischen Aktion gezwungen wurde, verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens hinter Gittern. Nachdem er seinen ersten Schritt als freier Mann getan hat, lauert ihm seine Schwester Kaylie Russell (Karen Gillan) auf und überredet ihn, an einem heiklen Experiment teilzunehmen. Im Zentrum des Vorhabens steht ein antiker Spiegel, der bereits seit Jahren in Familienbesitz ist und auch in den verhängnisvollen Ereignissen, die Tim seinerzeit ins Gefängnis schickten, angeblich nicht ganz unbeteiligt war.

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