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Virgin Mountain (Fúsi)

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So sehr Filme es auch versuchen, meistens scheitern sie daran, mentale Krankheiten und Missstände richtig zu porträtieren. In dem viel gefeierten „Silver Linings Playbook“ nehmen bipoläre Störung und Depression die Form von liebenswerten Charakterschwächen an, die sich vom richtigen Partner im Handumdrehen ausbessern lassen. Gerne werden psychisch gestörte Menschen vor allem in Hollywood als Underdogs dargestellt, um sich der eingeschränkten Weltsicht und der limitierten Kompetenz von Hollywood und seinem Publikum zu beugen. Die wahren, interessanten Auseinandersetzungen mit diesem Thema kann man in den Publikumslieblingen und Cash-Magneten des modernen Kinos kaum erwarten. Doch die Hoffnung ist noch nicht endgültig tot. Im Fall von Dagur Káris „Virgin Mountain“ wird sie sogar verstärkt.

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Nymphomaniac

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Der Begriff „enfant terrible“ ist zwar sehr abgegriffen und inzwischen kaum mehr verwendbar, in einer Diskussion über Lars von Trier aber nicht zu umgehen. Seit Jahrzehnten produziert der dänische Regisseur hochwertige Filmkost und ist von der internationalen Bühne nicht wegzudenken. Was ihn zwischen anderen Filmemachern herausstellt ist allerdings weder sein Gespür für Bilder und Szenen, noch seine Fähigkeit, ungeahnte Leistungen aus seinen Akteuren zu kitzeln. Lars von Trier ist eine der letzten Figuren der Branche, die mit ihren Filmen nicht nur ein saftiges Honorar sucht, sondern auch die stete Konfrontation mit Publikum, Sittenwächtern und Kollegen. Sein aktuelles Werk „Nymphomaniac“ bildet natürlich keine Ausnahme. In seinem 4-stündigen Opus (im „Director’s Cut“ sogar 5,5 Stunden lang) beleuchtet er das Leben und Leiden der Nymphomanin Joe. Zur Heimkino-Veröffentlichung haben wir den pseudo-schmuddeligen Zweiteiler Revue passieren lassen.

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