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Faults

In einer längst vergangenen Epoche war Ansel Roth (Leland Orser) die amerikanische Autorität im Bereich der Sekten-Psychologie, mit erfolgreichem Buch und eigener Fernseh-Show. Doch diese Zeit ist vorüber, heute hält er sich mit karg besuchten Präsentation und schleppenden Buchverkäufen über Wasser und schläft in seinem Auto.

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5 Zimmer Küche Sarg (What We Do in the Shadows)

Kaum eines der klassischen Filmmonster hat in der modernen Popkultur derartig viele Höhen und Tiefen erlebt wie der Vampir. Durch unzählige Genres wurde er mit variiender Qualität gezogen, darunter kultige 80er-Horrorkomödie (“The Lost Boys”), epische Romanze (“Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles”) und actionreiche Comic-Verfilmung, aus einer Zeit, aus der Comic-Verfilmungen noch für Erwachsene gemacht wurden (“Blade”). Spätestens als vor einigen Jahren die narrativen Fehlgeburten der “Twilight”-Reihe Bücherregale und Kinosäle mit einem unverschämten und tragischen Erfolg besetzten, wurde sich der gemeine Zuschauer über 14 Jahren zweierlei Dingen bewusst: Dass wir von Vampiren endgültig die Schnauze voll haben und dass “Twilight” eigenhändig eines der essentiellsten Monster der Popkultur unwiederbringlich getötet hat.

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The November Man

Pierce Brosnans letzter Auftritt als ikonischer Spion James Bond war kaum mehr als eine Lachnummer. 12 Jahre nach “Die Another Day” bekommt der Ire mit “The November Man” eine neue Chance, seine Ehre als Spion wiederherzustellen. Sein CIA-Agent Devereaux ist eigentlich schon vor Jahren aus dem Geheimdienst ausgeschieden, doch wie die reißerische und generische Zeile des Plakats vorherschickt, “a spy is never out of the game”.

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The Babadook

In einem Café sitzt eine Mutter mit einer Gruppe von Mädchen. Die Kinder haben Spaß, springen über die Stühle, lachen und spielen, wie Kinder es tun. Auf dem benachbarten Platz sitzt ebenfalls eine Mutter, doch das Bild sieht komplett anders aus. Müde und erschöpft sieht sie ihrem Sohn dabei zu, wie er sein Eis verspeist. Der Junge ist das Gegenteil eines normalen Erstklässlers, er ist ruhig, abwesend und scheint von der Welt um sich herum so gar nicht angetan zu sein.

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Cold in July

Nach bester Texas-Manier empfängt Richard Dane den nächtlichen Eindringling in seinem Wohnzimmer. Mit einer Kugel durchs Auge. Bevor Richards Schock abgeklungen ist, ist die Polizei vor Ort und das Ereignis wird als Notwehr abgestempelt und zu den Akten gelegt. Ganz beendet ist die Geschichte für Richard allerdings noch nicht, denn der von ihm erschossene Einbrecher hat einen Vater, der in einem Fall von besonders schlechtem Timing gerade aus dem Knast entlassen wurde. Natürlich stattet der grimmige Ex-Sträfling Russel(Sam Shepard) Richard und seiner Familie einige unerfreuliche Besuche ab und die Angst beginnt von Neuem.

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Jamie Marks Is Dead

Wenn man sich im Rahmen eines Filmfestivals in kurzer Zeit viele Filme zu Gemüte führt, sind in der Regel alle möglichen Entdeckungen und Enttäuschungen dabei. Es gibt Filme, die im Vorfeld gefeiert wurden, nur um letztendlich hinter großen Erwartungen zurückzubleiben. Es gibt schwache, gute und herausragende Filme. Was ein Festival aber besonders macht sind die obskuren Perlen, die niemand wirklich auf dem Zettel hatte. “Jamie Marks Is Dead” war für mich die erste dieser Entdeckungen auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest. Ohne viel über die Handlung des Films zu wissen hatte ich meine Karte für den Film gekauft, weil die Produktionsfirma Verisimilitude an “I Origins”, einem meiner persönlichen Favoriten des Jahres beteiligt war.

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Blue Ruin

“Blue Ruin” verhält sich zunächst überhaupt nicht wie die anderen amerikanischen Reißer der letzten Jahre, die sich mit Rache und Selbstjustiz auseinandersetzen. Wir treffen unseren Protagonisten Dwight (Macon Blair) in einem desolaten Zustand. Seine Haare wachsen unkontrollierbar, seine Klamotten setzen langsam Rost an und das Domizil des Obdachlosen ist sein schrottreifes Auto...

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Coherence

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Vor genau 10 Jahren erschien ein Film, der für mich die Spitze des amerikanischen Indie-Kinos des Milleniums darstellt und außerdem einen festen Platz in meinem persönlichen Olymp der Science-Fiction-Filme besetzt. “Primer” ist der Inbegriff des unabhängigen Kinos. Mit einer brillanten Idee, einem Budget von happigen 7000$ und beinahe 0 Ressourcen machte sich der Mathematiker Shane Carruth daran, einen monumentalen Zeitreise-Film zu produzieren. Neben einer der Hauptrollen übernahm er in seinem Leidenschaftsprojekt die Regie, das Drehbuch, die Produktion, das Sounddesign, den Schnitt und natürlich auch den Vertrieb. Wer mit dem Film nicht vertraut ist: Es geht um zwei Wissenschaftler, die durch Zufall eine Maschine bauen, mit der sie einige Stunden in der Zeit zurückgehen können. Durch das Interagieren verschiedener Versionen der Wissenschaftler und eine Reihe von Paradoxen entwickelt sich der Film zu einem chaotischen und fast undurchdringlichen Puzzle.

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The Voices

Als Fan vom verspielten, facettenreichen und unvergleichlichen Stil der iranisch-französischen Regisseurin Marjane Satrapi freue ich mich bereits auf “The Voices”, seit ich die ersten positiven Reaktionen auf die Weltpremiere im vergangenen Januar gelesen habe. In ihrem jüngsten Film, der in den Berliner Babelsberg-Studios gedreht wurde, betritt die Filmemacherin neues Terrain. Erstmals arbeitet sie mit internationalen Stars wie Ryan Reynolds, Anna Kendrick und Jacki Weaver zusammen...

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Honeymoon

Man könnte meinen, dass man sich im Kinosaal geirrt hat. In den ersten Minuten von “Honeymoon” wird man von Glückseligkeit geradezu überschwemmt. Die ausladenden Liebesbekundungen und das Geturtel der frisch vermählten Eheleute Bea (Rose Leslie) und Paul (Harry Treadaway) wirken so gar nicht wie der Anfang eines Horrorfilms. Einzig die entsättigten, beinahe krank wirkenden Bilder sind ein Vorbote dafür, dass die Flitterwochen der beiden eine eher unschöne Wendung nehmen werden.

Angekomme...

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