The Place Beyond the Pines

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Im Jahr 2010 hat der Amerikaner Derek Cianfrance seinen zweiten Spielfilm Blue Valentine präsentiert. Im Film, der von Ryan Gosling und Michelle Williams absolut beherrscht wird, geht es um den Aufbau und tragischen Zerfall einer Liebesbeziehung und alle dazugehörigen Konsequenzen. Für mich ist Blue Valentine mit großem Abstand der beste Film der sich dem Thema Liebe widmet, die schonungs- und erbarmungslose Umsetzung, die beeindruckenden Leistungen der Hauptdarsteller und die kreative Struktur des Films lassen keinen Platz für Tadel und machen ihn zu einer klaren 10/10.

Momentan bahnt sich Cianfrances mittlerweile dritter Film The Place Beyond the Pines seinen Weg über Festivals und Leinwände der Welt, bevor er am 20. Juni 2013 als Drittletztes in Deutschland anläuft, immerhin noch eine Woche vor den Starts in Portugal und Mexiko!

Deutsche Filmstarts machen Ryan Gosling betroffen (Quelle: goordie.wordpress.com)

Deutsche Filmstarts machen Ryan Gosling betroffen

In The Place Beyond the Pines dürfen wir erneut Ryan Gosling bewundern, der hier die Rolle des Stuntfahrers Luke verkörpert. Das erinnert nur in der Theorie an Goslings namenlosen Protagonisten aus Drive, denn neben den zahlreichen Tattoos unterscheiden sich die Figuren in fast jeder bemerkenswerten Charaktereigenschaft. Der Film beschäftigt sich mit Lukes Beziehung zu Romina (Eva Mendes) und den Dingen die er bereit ist, für sie zu tun. Da es im hohen Norden des Staats New York nicht viel Besseres zu tun gibt landet er nach kurzer Überlegung bei dem Entschluss, Banken auszurauben um seine Partnerin und sich über die Runden zu bringen. Auf seiner Fährte befindet sich nach kurzer Zeit der junge Polizist Avery (Bradley Cooper), der seinerseits ebenfalls einen Haufen Baustellen hat, nicht zuletzt die korrupten Elemente seines eigenen Polizeireviers.

Für die Filmpremiere konnten sich die Beiden zum Glück wieder zusammenraufen (Quelle: m.indiatoday.in)

Für die Filmpremiere konnten sich die Beiden zum Glück wieder zusammenraufen

Wie schon für Blue Valentine, der sich frei zwischen zwei Zeitebenen bewegt hat, macht Cianfrance sich hier erneut die Flexibilität der Erzählzeit zu Nutzen um die Themen seiner Geschichte zu unterstreichen. Was mit einem einfachen Plot und einem simplen Motiv anfängt dehnt sich über zweieinhalb Stunden Laufzeit und drei Akte zu einem ausgewachsenen Drama mit stetig wachsender Intensität und Spannung aus.

Im Gegensatz zu Blue Valentine verlässt The Place Beyond the Pines sich auf die Beiträge zahlreicher Nebenrollen, die unter Anderem mit Eva Mendes, Ben Mendelsohn, Ray Liotta und Rose Byrne sehr hochkarätig besetzt sind. Die komplette Riege der Schauspieler wird von Cianfrance mit einer sicheren und kompetenten Hand geführt und es ist kein schwaches Glied in der Kette zu entdecken. Aus seinen beiden Hauptdarstellern holt der Regisseur Darstellungen auf höchstem Niveau heraus. Bradley Cooper liefert hier die beste Leistung ab die ich von ihm gesehen habe und meine Einstellung ihm gegenüber hat sich seit dem ersten Hangover nun endgültig um 180° gedreht. Dane DeHaan, der zuerst in Chronicle aufgefallen ist, sticht ebenfalls heraus.

Ich bin viel zu verängstigt um mir für dieses Bild eine lustige Unterschrift auszudenken (Quelle: blog.timesunion.com)

Ich bin viel zu verängstigt um mir für dieses Bild eine lustige Unterschrift auszudenken

The Place Beyond the Pines besitzt die selben Eckdaten wie Cianfrances Vorgänger Blue Valentine, er ist ein ehrliches und bodenständiges Drama mit realistischen Figuren und Situationen und nutzt diese Tatsachen aus um den Zuschauer komplett ein- und mitzunehmen. Seine verhältnismäßig kleine Geschichte dehnt Cianfrance über happige 140 Minuten aus ohne dabei eine Minute sinnlosen Füller oder eine langweilige Bildfolge einzubauen. Die Art wie er seine Filme strukturiert ist vielleicht nicht die Innovativste, trotzdem zeigt er ein enormes Verständnis für sein Handwerk und setzt die Tricks in seinem Ärmel mit bestmöglichem Nutzen ein.

Wie Derek Cianfrance seinen sehr beachtlichen und breiten Cast im Griff hat und führt ist ein inspirierendes Lehrstück und meiner Meinung nach locker eines Oscars würdig.

Thematisch bedingt kann The Place Beyond the Pines leider nicht ganz die Intensität eines Blue Valentine erreichen und muss sich ihm unterordnen, trotzdem ist dieser Film absolutes Pflichtprogramm für alle die ein großartiges Drama oder generell gutes Kino zu schätzen wissen.

9/10

Einen Trailer möchte ich nicht posten, da er für meinen Geschmack einen Plotpunkt vorwegnimmt den man vorher nicht unbedingt wissen muss. Überhaupt empfehle ich, jeglichen Spoilern fernzubleiben.


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The Place Beyond the Pines

Drama

Regie: Derek Cianfrance

Buch: Derek Cianfrance, Ben Coccio, Darius Marder

Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Ray Liotta

Kinostart DE: 20.06.2013

Kinostart US: 19.04.2013

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Timo Löhndorf