Bound to Vengeance

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Im Rahmen des Fantasy Filmfestivals 2015 fegte der Rache-Thriller „Bound to Vengeance“ über deutsche Leinwände und zeigte seinem Publikum eine fieberhafte Jagd durch die Nacht und ein leicht modifiziertes Duell zwischen einem entführten Mädchen und ihrem Peiniger. Leider kommt das schwindelerregende Tempo des Films nicht ohne einen Preis in Form von pochenden Kopfschmerzen und buchstäblichem Schwindelgefühl daher.

Wenn die Gejagte zur Jägerin wird

Vor einigen Monaten stand Eve (Tina Ivlev) noch mitten im Leben und fröhnte mit ihrem geliebten Ronnie (Kristoffer Kjornes) Spaziergängen und Besuchen auf Jahrmärkten. Jetzt liegt sie gefesselt und ausgehungert im Keller eines Hauses, 100 Meilen östlich von Nirgendwo. Das einzige Gesicht, in das sie gelegentlich schauen darf/muss ist das von Phil (Richard Tyson), einem bärigen Ungeheuer von Entführer.

Vor Eve liegt ein steiniger Weg und eine noch steinigere Erkenntnis

Während andere Damen sich aus derart misslichen Lagen gerne befreien lassen, spuckt Eve sich kurzerhand in die Hände, macht den Kopf des Verbrechers mit einem Backstein bekannt und legt sowohl ihn als auch das eigene Schicksal an die Kette. Damit fangen ihre Probleme allerdings erst an. Vier weitere Frauen gilt es zu befreien, die ohne Eves Einsatz und Phils Kooperation in den sicheren Tod blicken würden. So beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel in dem keine Partei schmutzige Tricks ungenutzt lässt.

Ein nuschelnder Albtraum in Lila – Entführer Phil

Eine gewisse Genugtuung kann man nicht verleugnen, wenn man über 80 Minuten einer jungen Frau beim Verprügeln ihres Übeltäters zusieht. Einen Mangel an Gewalt kann man in J.M. Craviotos erstem englischsprachigen Film nicht beklagen. „Bound to Vengeance“ hetzt eine unangenehme und extrem grobe Route durch verranzte Sets, karg beleuchtete Straßen und widerwärtige Folterhöhlen. Dabei macht sich das Drehbuch sogar die Mühe, einen nur leicht vorhersehbaren Twist einzubauen. Der Vergleich mit einem berühmten Action-Franchise gibt beinahe zu viel Information und nimmt den finalen Trumpf des Films vorweg.

Zeit für eine Dusche

Während „Bound to Vengeance“ auf einer Handlungsebene kompakt und rasant genug ist um 80 Minuten Aufmerksamkeit zu halten, krankt er im visuellen Bereich an einigen Symptomen moderner Stilkrankheiten, die Cravioto hier bis aufs Äußerste treibt. Der Film, der sich größtenteils in der Nacht und in düsteren Räumlichkeiten abspielt, ist derart hektisch gefilmt und geschnitten, dass man in den heftigen Actionsequenzen nur schwer den Überblick behalten kann und je nach Abhärtungsgrad schnell ein Schwindelgefühl entwickelt. Hier geht leider viel von dem verloren, was den Film zu einem schmutzigen und respektablen Thriller gemacht hätte.

5/10


Bound to Vengeance (2015)

Reversal

Horror, Thriller, Rache

Regie: José Manuel Cravioto

Buch: Rock Shaink Jr., Keith Kjornes

Darsteller: Richard Tyson, Tina Ivlev, Amy Okuda, Bianca Malinowski, Stephanie Charles, Kristoffer Kjornes

Kinostart DE: –

Kinostart US: 26.06.2015

Heimkinostart DE: –

Die Rechte an allen verwendeten Grafiken in diesem Artikel liegen bei Tiberius

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Timo Löhndorf