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Remake, Remix, Rip-Off

Nachdem ich 2015 schon eine Reihe toller Dokumentarfilme gesehen (“Chuck Norris und der Kommunismus” und “Der Perlmuttknopf” empfehle ich ausdrücklich) und mich erfolgreich um eine Besprechung gedrückt habe, ist es jetzt an der Zeit, mich im Doku-Bereich auszutoben. Die zweifelhafte Ehre hat “Remake, Remix, Rip-Off” von Cem Kaya, einem deutschen Dokufilmer mit türkischen Wurzeln. In seiner Master-Arbeit wühlt er in den Archiven einer Filmindustrie, die zeitweilig zu den größten der Welt gehörte. Unter dem Namen Yeşilçam ist das türkische Mainstream-Kino der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bekannt. Und sein Modus Operandi ist ein spaßiges und interessantes Beispiel dafür, wie eine Filmindustrie in einem Land ohne Urheberrechtsgesetze funktioniert.

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Baskin

Man könnte fast meinen, dass sich das Horror-Genre nach der endlich versiegten Torture-Porn-Welle wieder erholt hat. “It Follows” brachte die immerzu lauernde Gefahr zurück. “The Babadook” verknüpfte weltlichen mit psychischem Horror. Doch viele der populären Grusler der letzten Jahre kommen erstaunlich blutleer daher. Dieser Fehler wird mit “Baskin” korrigiert. Und wie. Verantwortlich zeichnet die Filmnation Türkei, die für vieles bekannt ist, für losgelöstes, garstiges Horrorkino jedoch nicht. Der Film, der auf dem SHIVERS-Festival seine (inoffizielle) Deutschlandpremiere feierte, lässt sich dadurch allerdings keineswegs beirren.

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Mustang

In vielen Filmen gibt es die Abenteuer von Kindern und Jugendlichen über einen malerischen Sommer zu begutachten. Doch wo Filme wie “Stand By Me” wie einen melancholischen Rückblick an vergangene Zeiten wirken, nimmt “Mustang” eher die Form eines Albtraums an. Für fünf junge Schwestern der ländlichen Türkei hat die Zeit nach dem Schulabschluss vor allem eines zu bieten: Die rigorose Vorbereitung auf das verheiratete Leben und die schnellstmögliche Verkupplung mit einem geeigneten Liebhaber.

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Winterschlaf (Kış Uykusu)

Im vergangenen Jahr gewann Nuri Bilge Ceylans “Winterschlaf” (“Kış Uykusu”) in Cannes die Goldene Palme, eine der höchsten Würden, die ein Film erreichen kann. Zur Erscheinung auf dem Heimkinomarkt hat Timo das türkische Meisterwerk und seine deutsche Heimkino-Präsentation in Augenschein genommen.

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