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Mustang

In vielen Filmen gibt es die Abenteuer von Kindern und Jugendlichen über einen malerischen Sommer zu begutachten. Doch wo Filme wie “Stand By Me” wie einen melancholischen Rückblick an vergangene Zeiten wirken, nimmt “Mustang” eher die Form eines Albtraums an. Für fünf junge Schwestern der ländlichen Türkei hat die Zeit nach dem Schulabschluss vor allem eines zu bieten: Die rigorose Vorbereitung auf das verheiratete Leben und die schnellstmögliche Verkupplung mit einem geeigneten Liebhaber.

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The Lobster

Mit dem unvergleichlichen “Dogtooth” festigte der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos seinen Stil der “new greek weirdness”. In “The Lobster”, der 2015 im Wettbewerb in Cannes lief, bekommt der Hellene ein größeres Budget, namhafte Darsteller und viel Spielraum um sich auszutoben. Das Resultat ist wie bereits in “Dogtooth” eine seltsame Mischung aus verstörender Atmosphäre, bedenklichem Humor und einer Wagenladung aus weirdness.

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The End of the Tour

David Foster Wallaces Mammutwerk “Infinite Jest” ist nicht universell mit positiven Kritiken bedacht worden, die Position des Autos im Olymp der amerikanischen Schriftsteller ist trotzdem gesichert. In “The End of the Tour” bekommt der Zuschauer einen Einblick ins faszinierende Seelenleben von Wallace, der sich im Jahr 2008 umbrachte. Durch die Augen des Rolling-Stone-Journalisten und Hobby-Schriftstellers David Lipsky werden die fünf Tage geschildert, die die beiden Davids, verkörpert von Jason Segel und Jesse Eisenberg, im Zuge einer PR-Tour miteinander verbracht haben.

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Schneider vs. Bax

Vor zwei Jahren ließ der Holländer Alex van Warmerdam mit “Borgman” einen enigmatischen, absurden und geradezu mythischen Mix auf die Welt los. In diesem Jahr ist er erneut Teil des Filmfest Hamburg, dieses Mal mit seiner Killer-Hatz “Schneider vs. Bax”. Hier lässt er zwar keine Mischung aus Vagabund und Natur-Dämon auf einen wohlhabenden Haushalt los, aber immerhin einen unmotivierten Auftragskiller auf einen unsympathischen Autor.

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Das brandneue Testament (Le tout nouveau testament)

Die Stories über Vater, Sohn und Heiligen Geist haben inzwischen knapp 2 Jahrtausende auf dem Buckel. Höchste Zeit also, um sie für unsere moderne Welt neu aufzulegen, oder zumindest zu ergänzen. Dieser ambitionierten Aufgabe nimmt sich der Belgier Jaco van Dormael an. Sein neuester Streich „Das brandneue Testament“ („Le tout nouveau testament“) ist ein so eigenwilliger wie einzigartiger Film, der nicht ohne Grund vom Filmfest Hamburg ausgewählt wurde, um das Festival 2015 einzuläuten.

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Youth (Ewige Jugend)

Vor zwei Jahren näherte sich der Italiener Paolo Sorrentino mit „La Grande Bellezza“ der titulären großen Schönheit so nah an, wie wenige Regisseure vor ihm. Auf seinem weltweiten Siegeszug sprang dabei unter anderem ein Oscar für den besten fremdsprachigen Film heraus. In seinem neuen Stück, das den ähnlich malerischen Titel „Ewige Jugend“ („Youth“) trägt, setzt er sich mit einer Vielzahl an Themen auseinander. Die größte Frage, die der Film mit sich bringt, bleibt dabei natürlich der Vergleich zu seinem monumentalen Vorgänger.

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Macbeth

Die Jahrhunderte alten Geschichten von William Shakespeare gehören zu den festen Pfeilern der Weltkultur und haben nicht nur die englische Sprache, sondern auch unser Verständnis für die Grundthemen der Menschlichkeit gefestigt. Über die Jahre haben viele Regisseure und Filmschaffende sich daran versucht, die klassischen Texte in mehr oder weniger modernen Settings zu adaptieren.  “Macbeth” ist eines der großen und überdauernden Beispiele, die legendäre Geschichte der Macbeths wurde von Ikonen wie Orson Welles, Akira Kurosawa oder Roman Polanski verarbeitet. Aus dem diesjährigen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes kommt die neueste Auflage von Justin Kurzel.

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Irrational Man

Wo andere schon längst die verdiente Rente genießen, ist Woody Allen noch immer am Werk und produziert mit eiserner Disziplin Filme. Seine jüngste Beschäftigungsmaßnahme „Irrational Man“ platziert Joaquin Phoenix als eigensinnigen, fatalistischen Philosophie-Professor an einer amerikanischen Universität. Dort geht er neben seinem liebsten Hobby (Trinken) auch seinem eigentlichen Beruf nach, in dem er junge, fruchtbare Geister mit den vielseitigen Abgründen seiner Seele belästigen kann. Eine vielversprechende Prämisse, wären da bloß nicht zwei widerwärtige Frauencharaktere, der klägliche Versuch einer existenziellen Übung und ein Drehbuch, das zu 80% mit Nonsens überquillt.

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Es ist schwer, ein Gott zu sein (Trudno byt bogom)

Film mag die großartigste Form der Kunst sein, sie bringt allerdings auch die verheerendsten Zerreißproben mit sich. Die Liste an Greueln, durch die Regisseure ihr Publikum im letzten Jahrhundert geschickt haben, ist lang. Und Aleksey Germans „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ (“Trudno byt bogom”) lässt kaum etwas davon aus. Eine exzessive Lauflänge von fast drei Stunden. Sets und Kulissen, die sich mit einem fast überwältigenden Ekelgefühl ins Bewusstsein des Zuschauers drücken. Ein Plot, dem man trotz des großzügigen Zeitbudgets kaum folgen kann. Alles in allem also eine aufregende Herausforderung für selbst den skrupellosesten Cineasten.

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Shrew’s Nest

Eines der definitiven Highlights des Fantasy Filmfests 2015 ist eine spanische Perle mit dem Namen “Shrew’s Nest” (oder im Original “Musarañas”). Mit der wilden Mischung aus Kammerspiel, Horrorthriller und psychologischem Drama schmeißen die Spanier einen effektiven Schocker auf die Leinwand, der sich nicht nur in den Grenzen seiner Genrevorgaben als überaus guter Film erweist.

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